Die Systemgastronomie

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Definition Systemgastronomie

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) definiert Systemgastronomie wie folgt:

„Systemgastronomie betreibt, wer entgeltlich Getränke und/oder Speisen abgibt, die an Ort und Stelle verzehrt werden können, und über ein standardisiertes und multipliziertes Konzept verfügt, welches zentral gesteuert wird.“

Die Definition der Systemgastronomie im Detail:

entgeltlich Getränke und/oder Speisen abgibt: d.h. es gibt eine Gewinnabsicht, im Gegensatz zur kostenlosen Abgabe
an Ort und Stelle verzehrt werden können: im Gegensatz zum Lebensmitteleinzelhandel
ein standardisiertes und multipliziertes Konzept: d.h. das Konzept muss durch reproduzierbare Standards an verschiedenen Standorten realisierbar sein
welches zentral gesteuert wird: die Setzung und Überwachung der Standards, Auswertung von Kennzahlen, das Übernehmen zentraler Aufgaben, wie Einkauf- oder Marketingaufgaben übernimmt eine Zentrale

Bei der Standardisierung werden verschiedene Abläufe von der Zentrale festgeschrieben, diese Richtlinien werden dann an den einzelnen Standorten umgesetzt. Standardisiert werden kann dabei fast jeder Arbeitsschritt. Das fängt an bei der Auswahl der Lieferanten, geht über die Bestellung hin zur Warenannahme, Lagerhaltung, Produktionsabläufe bis hin zum Service beim Gast. Ebenso können Marketing- oder Reinigungspläne standardisiert werden. Dabei gibt es verschiedene Grade:

  • Vorgabe eines Rahmen: Der Arbeitsablauf findet innerhalb definierter Eckpunkte statt
  • Vorgabe von Modulen: Einzelne Bereiche oder Schritte werden definiert
  • Vorgabe von ganzen geschlossenen Abläufe: In einer bestimmten Situation werden bestimmte definierte Abläufe ausgelöst, z.B. Flashmob bei McDonalds
  • Vorgabe einer kompletten Standardisierung: Totale Vorgabe in ganz bestimmten Situationen, z.B. Bombenalarm

Vorteile der Standardisierung für den Gast ist der hohe Wiedererkennungswert einer Marke. Der Gast weiß genau was ihn erwartet, egal an welchem Standort. Für den Gastronom bringt die Standardisierung den Vorteil, dass er bei der Suche nach neuen Standorten nur die Realisierbarkeit seiner Standards prüfen muss. Außerdem können einmal festgelegte Standard einfach auf die neuen Standorte übertragen und durch das Personal ausgeführt werden, dass spart Zeit und Geld. Standards werden meistens in Handbücher festgehalten.

Unter die Standardisierung fällt auch die Corporate Identity (CI), also das einheitliche Erscheinungsbild eines Unternehmens nach innen und außen. Folgende Bestandteile der CI gibt es:

  • Corporate Behavior (einheitliche Unternehmenspolitik): z.B. einheitliche Angebot-, Personal-, Preis und Qualitätspolitik
  • Corporate Design (einheitliches Erscheinungsbild): z.B. eine Marke, ein durchgängiges Logo, Uniform der Mitarbeiter, Gestaltung der Produktions- und Verkaufsräume (Arbeitsplatzergonomie oder Möbel, Farbgestaltung im Gästebereich), Gestaltung von Werbung
  • Corporate Communication (einheitliche Kommunikation): z.B. Werbung, Abläufe internen Kommunikation

Unter Multiplikation versteht man das Umsetzen und Einhalten der festgeschriebenen Standards an verschiedenen Standorten. Eine Filiale wird sozusagen kopiert, so dass dem Gast an jedem Standort die gleichen Leistungen in gewohnter Qualität und Preis zur Verfügung stehen. Der DeHoGa definiert die Systemgastronomie zusätzlich erst ab mindestens drei Standorten.

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